Boards müssen besser werden

US Corporate Directors Survey – Mehrheit sieht Veränderungsbedarfe

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Der aktuelle Annual Corporate Directors Survey von PwC US gibt Einblicke in die Boards großer börsennotierter Unternehmen in den USA. Im Fokus stehen dabei die Zusammensetzung und Zusammenarbeit der Gremien. An dem Survey haben 638 Board Mitglieder (ausschließlich Non-Executives) aus verschiedenen Branchen teilgenommen.

Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) ist der Ansicht, dass mindestens ein Mitglied ihres Boards fehl am Platz ist. Hauptgründe: zu wenige sinnvolle Diskussionsbeiträge (41 Prozent), Leistungseinbußen infolge langer Amtszeiten (34 Prozent), fehlendes fachliches Know-how (21 Prozent) sowie negative Auswirkungen auf die Dynamik des Boards durch den Interaktionsstil (20 Prozent).

Gleichzeitig zeigt sich, dass trotz erkannten Verbesserungsbedarfs oft keine Maßnahmen ergriffen werden. Als häufigste Gründe nennen 25 Prozent der Befragten die Kollegialität und persönlichen Beziehungen innerhalb des Boards, 21 Prozent den mit einer Neubesetzung verbundenen Zeitaufwand sowie 19 Prozent die Tatsache, dass betroffene Mitglieder ohnehin bald eine Altersgrenze erreichen.

88 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sie persönlich Maßnahmen ergreifen können, um die Effektivität des Boards zu steigern – etwa indem sie zusätzliche Qualifikationen erwerben, ihre Beziehungen zu anderen Mitgliedern stärken, vielfältige Perspektiven und Innovationen fördern oder sich aktiver an Diskussionen beteiligen.

Bei der Suche nach neuen Mitgliedern werden vertraute Bereiche favorisiert: Industrieexpertise (34 Prozent), Finanzexpertise (27 Prozent) und operative Erfahrung (22 Prozent). Dagegen planen beispielsweise nur 8 Prozent, ihr Board in der nächsten Zeit um Mitglieder mit internationaler Erfahrung zu ergänzen, obwohl dies laut einer weiteren Studie nach Ansicht vieler Executives notwendig wäre (siehe Studie zur Board Effizienz).

Zum Thema Selbstbeurteilung sind 78 Prozent der Umfrageteilnehmer der Meinung, dass diese nicht die Gesamtleistung des Boards umfassend erfasst und somit keine aussagekräftigen Erkenntnisse liefert. Auch die Gründe hierfür zeigt die Umfrage: Die Hälfte der Befragten (51 Prozent) beobachtet mangelndes Engagement des Boards im Selbstbeurteilungsprozess und nahezu drei Viertel (73 Prozent) geben an, dass gar keine individuellen Befragungen der Mitglieder stattfinden.

Anders sieht das Bild bei denjenigen aus, die sich bei der Selbstbeurteilung extern begleiten lassen. Von diesen bewerten 81 Prozent die Selbstbeurteilung als effektiv. Allerdings machen aktuell nur 22 Prozent von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Weitere Informationen und Details zum Annual Corporate Directors Survey finden Sie hier.

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